Während unseres letzten Besuchs bei Rapunzel vor wenigen Wochen durften wir das Logistikzentrum der Rapunzel Naturkost AG besichtigen. Dieses wurde 2003 in Bad Grönenbach erbaut, nur wenige Kilometer vom Stammsitz in Legau entfernt.
Die Aufgabe des Logistikzentrums ist die Lagerung und Zurverfügungstellung sämtlicher Rapunzel-Produkte, von denen die meisten im Stammwerk in Legau produziert werden. Bastian Schorm, der in der Systemadministration des Logistikzentrums arbeitet, nahm sich freundlicherweise Zeit für uns und führte uns durch die Anlage.
Seit Inbetriebnahme wurde das Logistikzentrum bereits erweitert, um neue Kapazitäten zu schaffen. Frisch eintreffende Waren werden im Wareneingang erfasst, die Paletten mit einem Barcode-Label versehen, und diese sodann eingelagert.
Die Europaletten, auf denen die Ware sitzt, werden automatisch geprüft und, sofern schadhafte darunter sind, aussortiert. In diesem Falle muss die Ware von Hand auf eine neue Palette umgeladen werden.
Die auf dem Servercluster laufende Verwaltungssoftware weist der Ware Stellplätze im Hochregallager zu, in die diese dann einsortiert wird. Ein Teil des Lagers wird vollautomatisch mit auf Schienen fahrenden Staplern bestückt, ein anderer Teil mit auf Induktionsschleifen fahrenden Staplern, die manuell bedient werden.
Das Lager wird "chaotisch" verwaltet, d.h. es gibt keine festen Stellplätze für bestimmte Produkte. Stattdessen wird die Ware produkt- und chargenunabhängig auf den ersten Blick "kreuz und quer" einsortiert - natürlich nur auf den ersten Blick, denn wo was steht, weiss die Software, die das Lager verwaltet, sehr genau. Bei rund 18.000 Lagerorten hätte ein Mensch keine Chance, auch nur halbwegs den Überblick zu behalten.
Je nach Lagerort, den die Software auswählt, wird eine Palette entweder vollautomatisch oder manuell ein- und ausgelagert. Die Wahl des optimalen Lagerorts erfolgt aufgrund einer durchdachten Routine, in deren Rahmen zahlreiche Faktoren Beachtung finden: beispielsweise die Umschlagshäufigkeit des jeweiligen Produktes.
Eine zur Auslagerung bestimmte Palette wird zum Warenausgang verbracht, wo die vom Kunden (Naturkost-Fachhandel) bestellte Menge entnommen und auf einer Palette kommissioniert wird. Wird nur eine Teilmenge einer Palette benötigt, so wandert die angebrochene Palette zurück ins Hochregallager.
Ist eine Bestellung im Warenausgang fertig kommissioniert, wird sie versandfertig gemacht und verladen - um am Folgetag im Naturkost-Laden anzukommen. Von da an geht's dann
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